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Verwaltungsvorlage (Konzeption und Fertigung einer Machbarkeitsstudie zur vertikalen Fassadenbegrünung für drei Bestandsobjekte mit Vorbildfunktion)

                                    
                                        Vorlage des Oberbürgermeisters
-öffentlichVorlagennummer
1527/21 -

ZGM

Beratungsfolge

Sitzungstermin

Beschlussform

Betriebsausschuss Zentrales Gebäudemanagement

01.07.2021

beschließend

Betreff
Konzeption und Fertigung einer Machbarkeitsstudie zur vertikalen Fassadenbegrünung für
drei Bestandsobjekte mit Vorbildfunktion
Beschlussentwurf
Der Betriebsausschuss nimmt von der Machbarkeitsstudie zur Fassadenbegrünung für drei Objekte mit Vorbildfunktion Kenntnis und beauftragt das Zentrale Gebäudemanagement, auf dieser
Grundlage Förderanträge zu stellen.

Reihenfolge des Umlaufs
Sachbearbeitung
mit Datum

FBLeitung
mit
Datum

Mitzeichnung
FB:
mit Datum

FachGBL

GB
II

GB
III

GB
IV

GB
V

GB
VI

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

Oberbürgermeister

Weiter
an
Büro
OB

Drucksache 1527/21 -

Seite - 2 -

Begründung
Konzeption und Fertigung einer Machbarkeitsstudie zur vertikalen Fassadenbegrünung für drei
Bestandsobjekte mit Vorbildfunktion
Beschluss:
Der Betriebsausschuss nimmt von der Machbarkeitsstudie zur Fassadenbegrünung für drei Objekte mit Vorbildfunktion Kenntnis und beauftragt das Zentrale Gebäudemanagement auf dieser
Grundlage Förderanträge zu stellen.
Begründung:
Charakteristisch für Stadtzentren sind versiegelte Flächen. Im öffentlichen Raum wichen Grünflächen zunehmend der Versiegelung, sei es aus Sicherheitsaspekten, der Erfüllung von DINNormen oder dem Interesse an einer multiplen Nutzung. Urbane Gebiete entwickelten sich als
Standorte der Sektoren Haushalte, Verkehr, Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie gleichermaßen zu Energieverbrauchern wie auch CO2-Emittenten. Es ergeben sich deshalb für diesen Stadtraum potenzielle Handlungsfelder zur CO2-Reduktion. Mehr Stadtgrün gerät zunehmend
in den Fokus und hier neben Parks, öffentlichen Grünflächen, Dachbegrünungen und privaten Gärten neuerdings auch die Begrünung von Fassaden. Wobei es sich gerade bei der Fassadenbegrünung um keine neue Idee handelt. Vielmehr wird auf alt bewährtes zurückgegriffen, allerdings stehen heute Bewässerungssysteme zur Verfügung welche den Nachhaltigkeitsaspekt nachhaltig
optimieren. Fassadenbegrünungen wichen manchen Ortes zugunsten einer schlichten und vermeintlich pflegeleichten Fassadengestaltung, wodurch sich ein nahezu einheitliches Bild „grau statt
grün“ entwickelte. Mit dem Effekt, dass häufig auch die Verbindung zu Frisch- und Kaltluftschneisen gekappt wurde. Um dem Hitzestress in der Innenstadt entgegenzuwirken sind deshalb aktive
Maßnahmen notwendig zur:
o
o
o
o
o
o

Sauerstoffproduktion
Kohlenstoffspeicherung
Verdunstungskühlung
Verdunstung (Regulierung des kleinen Wasserkreislaufs)
Energieeinsparung / CO2-Vermeidung durch Reduktion des Heizwärmebedarfs und durch
Reduktion des Kühlbedarfs bei Neubauten bzw. energetisch sanierten Gebäuden
Gebäudeoptimierung / Material-Ökobilanz

Passive Maßnahmen stellen dabei Bausteine zur Anpassung an den Klimawandel dar, wie:
o
o
o
o
o
o
o
o

Stadtbegrünung
Reduktion des Energiebedarfs
Kühlung durch Verschattung
Pufferwirkung (Dämmeffekt)
Belüftungs-/Frischluftbahnen
Luftreinigung
Verbesserung der CO2-Bilanz durch Lebensdauerverlängerung von Materialien
Umfeldverbesserung

Drucksache 1527/21 -

Seite - 3 -

Der Erhalt von Frisch- und Kaltluftschneisen durch eine Vernetzung städtischer Grünsysteme stellt
einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas dar. Wichtig ist deshalb die Auswahl
der passenden Begrünung für den konkreten Ort, um beispielsweise ungewollte Schadstoffansammlungen in engen, stark befahrenen Straßenräumen oder Schwüle-Effekte in Hinterhöfen zu
vermeiden. Gerade in Innenstadtquartieren hat die Fassadenbegrünung entscheidende Vorteile.
Wissenschaftlich wurden diese Aspekte sowie weitere wie bspw. die nachgewiesene Aufenthaltsund Wohlfühlqualität in den vergangenen zehn Jahren mannigfaltig in der Fachliteratur belegt.
(Quellen: „Leistungsfaktoren von Dach- und Fassadenbegrünungen“, Prof. Dr. Nicole Pfoser, Link:
https://www.hfwu.de/fileadmin/user_upload/Marketing/IBA/2018-11-06_Vorstellung-kgs_HfWUHochschulforum.pdf oder „Gutachten Fassadenbegrünung für das Ministerium für Klimaschutz,
Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKUNLV) NRW, TU Darmstadt 2016,
Link:
https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/PDFs/klima/gutacten_fassadenbegruenung.pdf)
Die „Umwelt Musterstadt Wien“ hat alle ihre bisherigen Erfahrungen und Herangehensweisen in
einem Leitfaden zugänglich gemacht. Der Leitfaden liefert für alle Akteure öffentlicher Institutionen,
Unternehmungen und Planungsbüros gleichermaßen wichtige Informationen und Entscheidungshilfen. (Quelle: „Leitfaden Fassadenbegrünung, MA 22 und ÖkoKaufWien, Link: https://www.wien.gv.at/umweltschutz/raum/pdf/fassadenbegruenung-leitfaden.pdf)
Die Landesregierung hat im Rahmen des NRW Konjunkturprogramms zur Corona-Hilfe ein Klimaresilienz-Programm aufgelegt. Das sogenannte Sonderprogram „Klimaresilienz in den Kommunen“
fördert die Umsetzung von kommunalen Klimaanpassungsmaßnahmen investiver Art.
Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen der Begrünung, Verdunstung und Kühlung zur Minderung des urbanen Wärmeinseleffekts. Ziel des Förderprogramms ist Kommunen zu unterstützen
resiliente Strukturen zu schaffen und dadurch steigende Kosten durch klimabedingte Schäden in
der Zukunft zu vermeiden. Ein Baustein des Förderprogramms stellt die Fassadenbegrünung an
öffentlichen Gebäuden dar. Voraussetzung ist der Nachweis einer möglichen Betroffenheit durch
den Klimawandel, wozu das Integrierte Klimaschutzkonzept „KrefeldKlima 2030“ (IKSK) herangezogen werden kann. Die Ableitung der Bedarfe aus Integrierten Klimaschutzkonzepten wurde ausdrücklich zugelassen. Folgende Kriterien sind zu erfüllen:
o
o
o
o

Regenwasser soll so weit wie möglich flächig, z.B. durch Fugen der Bodenbeläge, versickern
können oder (bspw. in Kombination mit Mulden, Rigolen, Zisternen) gespeichert werden.
Es sind grundsätzlich vorrangig heimische Pflanzen für die Begrünung zu verwenden.
Nicht förderfähig sind Maßnahmen, die auf das Aufstellen von Pflanzkübeln oder ähnlichem
beschränkt sind.
Eine Kombination aus Begrünung und Wasserspeicherung hat aus Klimaanpassungssicht
besonders positive und nachhaltige Effekte und wird deshalb sehr begrüßt.

Zuwendungsfähig sind insbesondere
o alle angemessenen Ausgaben für den Aufbau der Vegetationsschicht wie Schutzvlies, Filtermatte, Drainschicht, Substrat, Ansaat oder Pflanzen
o Ausgaben für Entwurf und Planung
Die maximale Zuwendung beträgt pro Maßnahme 100.000 €, die minimale Zuwendung beträgt
50.000 €. Die Anträge werden nach Eingang bearbeitet, demzufolge werden die Fördermittel nach
dem sogenannten „Windhundprinzip“ verteilt. Da der letzte Mittelabruf bis 28.02.2022 und der
Verwendungsnachweis bis 31.08.2022 zu stellen ist, ist für die Inanspruchnahme dieser Fördermöglichkeit Eile geboten.

Drucksache 1527/21 -

Seite - 4 -

Deshalb wurde ein Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie an drei Gebäuden beauftragt.
o
o
o

Rathaus, Gebäudeteil C
Volkshochschule
Fabrik Heeder (Außenfassade / Innenhof)

Die Standorte wurden verwaltungsintern u.a. nach folgenden Kriterien ausgewählt:
o
o
o

Exponierte Lage, die eine maximale Vorbildfunktion entfaltet
(Vorbildfunktion als Handlungsmaßnahme aus dem IKSK)
Beispielhafte Lage, die zum Nachahmen einlädt
(Gehweg mit geringer Tiefe, kein Gehweg, Parkbuchten, Anfahrbarkeiten,
Denkmal geschützte Gebäude, Bestandsgebäude mit Sanierungsbedarfen)
Unterschiedliche Nutzungen, um eine maximale Außenwirkung zu erzielen
(Verwaltung/Büro, Bildung, Kultur)

Die fachbereichsübergreifende Abstimmung bspw. mit den Fachbereichen 37, 61 und 63 wurde
bereits aufgenommen.
Wie bereits oben erwähnt ist es wichtig, die passende Begrünung für den jeweiligen Ort zu finden.
So bieten sich neben Fassadenberankungen, die bspw. auch herabhängend und über Dachflächenwasser bewässert werden können, auch Baldachine bzw. Überdachungen aus Begrünungen
denkbar, deren Elemente sich an der Fassadengliederung fortsetzen.
Mit dem Planungsbüro fand nach einem Ortstermin bereits ein erster Ideenaustausch statt. Die
Grundlagen zu diesem Ideenaustausch sind in Anlage beigefügt. Das Planungsbüro hat den Auftrag bis 18.06.2021 auf dieser Grundlage Skizzen auszuarbeiten. Auf Grundlage dieser Skizzen
könnte sodann die Machbarkeitsstudie abgeschlossen werden. Die Machbarkeitsstudie beinhaltet
neben den Skizzen auch eine Kostenschätzung. Mit diesen Grundlagen könnten zügig Fördermittel
beantragt werden.
Der Betriebsausschuss wird deshalb um Zustimmung gebeten, die Förderanträge von Seiten der
Verwaltung aufgrund der Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie auf den Weg zu bringen.
Weitere Informationen:
o Historische und ältere Beispiele: Bauen und bewahren Begrünte Wände,
Link: https://www.youtube.com/wathc;v=dOwFRI_675g
o 2011 Vertikale Gärten, Paul Giacomantonio, San Francisco, political garden-activist,
Link: https://www.youtube.com/watch?v=FLdo7S6UO_A
o 2012 Vertikale Gärten von Patrick Blanc, Paris, französischer Botaniker,
Link: https://www.youtube.com/watch?v=iYaCnZ0bGtQ
o 2021 BeRTA – Mehr grüne Fassaden für Wien, Link: www.berta-modul.at

Anlage(n):
(1) Anlage Grünstadtgrau

Drucksache 1527/21 -

Seite - 5 -

Finanzielle Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

Vorlage-Nr.

1527/21 -

1.

Mit der Durchführung der Maßnahme ergeben sich folgende Auswirkungen auf die
Haushaltswirtschaft:

☒

Keine unmittelbaren Auswirkungen

☐

Einmalige Auswirkungen

☐

Dauerhafte Auswirkungen

Innenauftrag:

P

Kostenart:
PSP-Element (investiv):
2.

☐

Die finanziellen Auswirkungen des Beschlusses sind im Haushaltsplan des Jahres
2021 berücksichtigt.
Ja

☐

Nein

3.1 Konsumtiv
☐

Einmalige Auswirkungen
Aufwendungen

0 Euro

Abzüglich Erträge

0 Euro

Saldo

0 Euro

☐

Dauerhafte Auswirkungen

☐

Dauerhafte Auswirkungen

3.2 Investiv
☐

Einmalige Auswirkungen
Auszahlungen

0 Euro

Abzüglich Einzahlungen

0 Euro

Saldo

0 Euro

Bemerkungen bzw. während der vorläufigen Haushaltsführung Begründung gemäß § 82
Abs. 1 GO: