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Verwaltungsvorlage (Anlage 1 - Nachhaltiges Bauen)

                                    
                                        9197-20: Anlage 1

Stadt Krefeld
Zentrales Gebäudemanagement

Planungsanweisungen für
Städtische Liegenschaften
- Anlage Nachhaltiges Bauen -

Stand vom 04. Juni 2020 (V1.2)

1

INHALT
1.

Einleitung .............................................................................................................................. 3

1.1

Zielsetzung .......................................................................................................................................... 3

1.2

Grundlagen ......................................................................................................................................... 3

2.

Nachhaltigkeitsziele ............................................................................................................... 4

2.1

Ökologie .............................................................................................................................................. 4

2.2

Ökonomie ........................................................................................................................................... 9

2.3

Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit ......................................................................... 12

2.4

Technische Ausführung ..................................................................................................................... 16

2.5

Planungsprozess ................................................................................................................................ 19

2.6

Baustelle / Bauprozess ...................................................................................................................... 23

3.

Hinweise/Vorgaben nach Planungsphasen ........................................................................... 25

4.

Anhang................................................................................................................................ 29

4.1

Materialökologische Anforderungen ................................................................................................. 29

4.2

Beispiel Bauteilkatalog ...................................................................................................................... 39

4.3

Checkliste mit Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit ................................................ 40

4.4

Zielvereinbarungstabelle ................................................................................................................... 42

Impressum ................................................................................................................................. 43

2

1.

Einleitung
1.1 Zielsetzung

Mit einer Anlage zum „Nachhaltigen Bauen“ möchte die Stadt Krefeld ihre Planungsanweisungen für
städtische Liegenschaften ergänzen und Nachhaltigkeitsstandards für die Planung und Realisierung
von Neubauvorhaben und ausgewählten Umbau- bzw. Erweiterungsbauten festlegen. Die Standards
zum „Nachhaltigen Bauen“ unterstützen die Zielsetzungen eines städtischen Klimaschutzkonzeptes
und stellen sicher, dass die Liegenschaften der Stadt unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geplant,
realisiert, saniert und betrieben werden können.
Die folgende Anlage dient dabei als konkrete Checkliste, anhand der Nachhaltigkeitszielsetzungen im
jeweiligen Projekt ermittelt und festgelegt werden können. Die Nachhaltigkeitszielsetzungen gelten
ergänzend zu den Planungsanweisungen und verweisen auf dort enthaltene, konkrete Anforderungen.
Im Rahmen der Planungen der Projekte können innerhalb der angehängten Zielvereinbarungstabelle
(s. Anhang 4.4) Kriterien, welche im Einzelfall nicht umgesetzt werden können, begründet und dokumentiert werden.
Die Zielsetzungen und Anforderungen sind in sechs Themenfeldern zusammengefasst und werden darin mit Maßnahmen und den damit verbundenen Vorteilen beschrieben.

Gesetzliche und allgemeine Vorgaben
Die in der vorliegenden Anlage „Nachhaltiges Bauen“ beschriebenen Qualitätsstandards gelten zusätzlich zu den allgemeinen Gesetzen, den gültigen Verordnungen und den allgemein anerkannten Regeln
der Technik.

1.2 Grundlagen
Als Grundlagen dienen der Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundes und das darauf basierende Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB). Ergänzt werden diese durch die Kriterien des Zertifizierungssystems der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

3

2.

Nachhaltigkeitsziele
2.1 Ökologie
2.1.1

Treibhauspotenzial und andere Umweltwirkungen Insbesondere CO2

Zielsetzung
-

Lebenszyklusorientiere Planung durch Betrachtung der Umweltwirkungen bei Herstellung,
Nutzung und Rückbau
Reduzierung der emissionsbedingten Umweltwirkungen, insbesondere der CO2-Emissionen,
bei der Auswahl von Energieträgern und Materialien/Baustoffen

Maßnahmen
-

-

Anwendung einer Ökobilanzierung im Planungsprozess zur Entscheidungsfindung
und Optimierung
Bilanzierung der Energieversorgung und
der Baukonstruktion (mit Herstellung, Instandsetzung / Erneuerung und Entsorgung der Bauprodukte)

Vorteile
-

-

-

klimaneutraler Gebäudebetrieb ist möglich
und kann geplant werden
Verringerung der Klimafolgeschäden durch
die Reduzierung der Kohlendioxid- und anderer Treibhausgasemissionen
Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien
und Minimierung des nicht erneuerbaren
Energiebedarfs
Minimierung des Endenergiebedarfs

Anforderungen
Ökobilanz als Werkzeug zur Ermittlung der CO2- Emissionen:
Eine Ökobilanzierung ermöglicht die ökologische Bewertung durch die Ermittlung von Umweltwirkungen (z.B. CO2-Emissionen oder Primärenergieverbrauch) für den gesamten Lebenszyklus eines
Bauteils oder des gesamten Gebäudes. Dieses Instrument kann zur Optimierung von Bauteilen oder
Gebäuden genutzt werden, zum Beispiel als ein Kriterium bei Variantenbetrachtungen von Bauteilaufbauten oder bei der Baustoffwahl.
Die erforderliche Datenbasis (mit Datensätzen zu u.a. Baumaterialien, Energie- und Entsorgungsprozessen) und ein Online-Berechnungstool werden vom Bund kostenlos zur Verfügung gestellt.
Standard ist die Durchführung eine Ökobilanz bei Zertifizierungsprojekten nach BNB/DGNB. Anhand nutzungsspezifischer Benchmarks erfolgt eine Bewertung der ökologischen Qualität anhand
definierter Umweltwirkungen (siehe unten).
Neben den technischen Anlagen zur Energiebereitstellung und Versorgung werden die folgenden
Bauteile betrachtet: Außen- und Kellerwände inkl. Fenster und Beschichtungen, Dach, Geschossdecken und Bodenplatte mit jeweiligem Bodenaufbau, Fundamente, Innenwände mit Beschichtungen sowie die Türen.
Die Ermittlung erfolgt standardisiert pro m² NGF und Jahr und ermöglicht so einen direkten Vergleich von Gebäuden und Bauteilen, wie auch einen Vergleich mit Benchmarks. Betrachtet werden
folgende Umweltwirkungen: Treibhauspotential (GWP), Ozonschichtabbaupotential (ODP), Ozonbildungspotential (POCP), Versauerungspotential (AP), Überdüngungspotential (EP)

4

Grundlagen / Tools
- Kostenlose Online-Plattform eLCA:
https://www.bauteileditor.de/
- Kostenloses Informationsportal für Baustoffe:
https://www.oekobaudat.de/
- Anlage 1 des BNB zur Ermittlung der Nutzungsdauern für die Ökobilanzierung:
https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/fileadmin/anlagen/2015/Anlage_1_Nutzungsdauern_Instandhaltung_Ökobilanzierung.xlsx

5

2.1.2

Materialanforderungen und nachhaltige Materialwahl

Zielsetzung
-

Vermeidung von Baustoffen mit umweltschädigenden oder den menschengefährdenden Eigenschaften
Gesundheitsschutz von Verarbeitern und Nutzern

Maßnahmen
-

-

-

Vorteile

Festlegung und Berücksichtigung von Bau- stoffanforderungen bereits während der
Planung
Integration der Baustoffanforderungen in die Ausschreibungsunterlagen
Kontrolle und Dokumentation der verwendeten Baustoffe und -produkte auf der
Baustelle
Durchführung von Raumluftmessungen
zur Qualitätskontrolle
-

Sicherstellung einer guten Raumluftqualität
(Minimierung von VOC und Formaldehyd)
für die Nutzer
Reduzierung des Risikopotentials für die
Umwelt durch Vermeidung von schädlichen
Stoffen bei der Herstellung und Verarbeitung
Risikominimierung bei Sanierung oder Rückbau, da keine unbekannten Inhaltsstoffe
verwendet werden
Dokumentation der Bauprodukte (Art, Verwendungsort)

Anforderungen
Die bei der Baustoff- und Bauproduktwahl zu berücksichtigenden Anforderungen wurden in einem
materialökologischen Anforderungskatalog zusammengestellt (Anhang 4.1). Diese sind bei der Planung zu berücksichtigen und in den Ausschreibungsunterlagen zu integrieren.
Es ist von den ausführenden Firmen nachzuweisen, dass die zum Einsatz kommenden Baustoffe
und Produkte diese Anforderungen einhalten. Dies sollte mit Hilfe eines Bauteilkataloges dokumentiert werden (Muster im Anhang 4.2). In diesem Bauteilkatalog können auch die für den Bauunterhalt und Gebäudebetrieb erforderliche Daten erfasst werden.
Grundlagen / Tools
- Kostenloses Informationssystem für Baustoffe: www.wecobis.de
- Vergleich von Bauprodukten und der Einhaltung nach BNB (noch im Aufbau):
www.baubook.info/bnb
- Informationen für die Ausschreibung und Textvorlagen werden auf der Website des Ökologischen Baustoffinformationssystems WECOBIS kostenfrei zur Verfügung gestellt:
www.wecobis.de
Healthy Building: Schadstoffvermeidung
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.3 Umweltschutz und Nachhaltigkeit

6

2.1.3

Energieverbrauch und erneuerbare Energie

Zielsetzung
-

Verringerung des Gesamtenergiebedarfsdurch Erhöhung der Energieeffizienz
Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien

Maßnahmen
-

Übererfüllung des EnEV-Standards
Einsatz erneuerbarer Energien (Sonnenstrahlung, Biomasse (Pellets), Erdwärme)
Erstellung und Dokumentation eines Energiekonzeptes unter Verwendung von erneuerbaren Energien mit dem Ziel auf
eine Nutzung von fossilen Energieträgern
weitgehend zu verzichten

Vorteile
-

Höhere Energieeffizienz
Verminderung des Ressourcenverbrauchs
von fossilen Energieträgern
Reduzierung des CO2-Ausstoßes

Anforderungen
-

Die Nutzung regenerativer Energien ist projektspezifisch zu prüfen und in einem Energiekonzept zu dokumentieren, Variantenvergleiche sind zu erstellen
Einhaltung bzw. Unterschreitung der EnEV-Anforderungen
Betrachtung des Endenergiebedarfes/ Geringerer Endenergiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude nach EnEV (Ist zu Soll):
Der Endenergiebedarf gibt Auskunft über die Energieeffizienz des Gebäudes. Somit können
Gebäude bspw. durch den Einsatz von Fernwärme hinsichtlich des Primärenergiebedarf positiv bewertet werden, haben aber einen hohen Energieverbrauch. Dieser wirkt sich negativ auf
die Kosten während der Nutzung aus. Der hervorragende Primärenergiefaktor der Fernwärme in Krefeld darf daher nicht als Kompensation für energetische minderwertige Bausubstanz verwendet werden.
Somit ist ein geringerer Endenergiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude nach EnEV anzustreben.

siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.1 Vorgaben Wärmeschutz (sinnvolle Nutzung von regenerativen Energien)
9.7.1 Wärmeerzeugungsanlagen (und Unterkapitel 9.7.1.1 – 9.7.1.5)

7

2.1.4

Wasserbedarf

Zielsetzung
-

Minimierung des Wasserverbrauchs und Unterstützung des natürlichen Wasserkreislaufes
Minimierung des Trinkwasserbedarfs für Sanitär, Reinigung, technische Anlagen
Minimierung des Abwasseraufkommens im Gebäude und aus Niederschlagswasser

Maßnahmen
-

-

Vorteile

Verwendung von Spararmaturen und/oder Durchflussbegrenzern (Waschtischarmaturen, WC-Spülung, Urinal, Duschen)
Vermeidung von Bewässerungsanlagen
und Nutzung von Zisternen
Versickerung von Niederschlagswasser am
Gebäude oder auf dem Grundstück

-

Kostenreduktion bei Frisch- und Abwasser
Minimierung versiegelter Flächen (Dach, Außenraum)
Verbesserung des Mikroklimas durch Grünflächen zur Versickerung von Niederschlagswasser

Anforderungen
Empfohlene max. Anschlusswerte für Armaturen/Installationen:
-

Handwaschbecken:
(Tee-)Küchenspüle:
WC:
Urinal:
Dusche:

-

Eine Bewässerung von Grünflächen/Dachbegrünung mit Trinkwasser ist auszuschließen. Alternativ ist die Nutzung von beispielsweise Zisternen zur Bewässerung vorzusehen.
Anfallendes Regenwasser auf dem Grundstück und von Dachflächen ist auf dem Grundstück zu
versickern. Falls dies nicht möglich oder erwünscht ist, ist dies zu begründen.
Erarbeitung eines Konzeptes zur Minimierung der einzuleitenden Regenwassermenge (Dachbegrünung, Flächenentsiegelung)

-

0,15 l/sec + Durchflussbegrenzer
0,25 l/sec + Durchflussbegrenzer
mit Spartaste: 3 l/Spülung sonst: 6 l/Spülung
1,5 l/Spülung
0,25 l/sec

siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
5.1.6 Dächer (mit Dachbegrünung)
9.2 Abwasseranlagen
9.3 Wasseranlagen
9.4 Sanitäreinrichtungen

8

2.2 Ökonomie
2.2.1

Lebenszykluskosten

Zielsetzung
-

Minimierung der gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus
Ermittlung und Optimierung der Kostenauswirkungen bereits planungsbegleitend

Maßnahmen
-

-

-

bei Variantenbetrachtungen sind die Lebenszykluskosten zu berücksichtigen (zu
betrachten sind mindestens: Ver- und Entsorgungskosten, Reinigungskosten, Wartung- und Instandhaltung, Instandsetzungskosten)
Berechnung der Lebenszykluskosten auf
Basis der Herstellkosten (nach DIN 276)
der Kostengruppen 300, 400 (ohne 470),
tlw. 500
Nutzung des BNB-Tools „Berechnungshilfe
für die Ermittlung der Lebenszykluskosten
(LCC)“

Vorteile
-

-

Beurteilung der ökonomischen Qualität anhand der langfristigen, gebäudebezogenen
Kosten im Lebenszyklus
Berücksichtigung der Nutzungsdauer von
Bauteilen und Anlagentechnik
Bei standardisierten Vorgaben ist ein Vergleich innerhalb eines Immobilienportfolios
möglich

Anforderung
Berechnung der Lebenszykluskosten
Die Ermittlung der Lebenszykluskosten ermöglicht es alle relevanten Kosten im Lebenszyklus des
Gebäudes oder von Bauteilen, bei einer Nachhaltigkeitsbewertung oder Variantenvergleichen, heranzuziehen. Das bedeutet, dass ausgehend von den Investitionskosten, weitere Kosten zu ermitteln und zu betrachten sind. Die Lebenszykluskosten sind für die Gebäude insbesondere bei Entscheidungen und Variantenvergleichen mit heranzuziehen.
Eine umfassende Lebenszyklusbetrachtung wird nicht verpflichtend vorgegeben. Jedoch ist das Kriterium wichtig, um eine langfristige Nutzung und Beachtung der Lebenszykluskosten vorzusehen.
Die zu berücksichtigten Kosten sind mindestens die
- Ver- und Entsorgungskosten (Wasser, Brennstoffe, Energie, Abwasser)
- Reinigungskosten
- Wartungs- und Instandhaltungskosten
- Instandsetzungskosten.
Wie die Ökobilanzierung (2.1.1 Treibhauspotenzial) ist die Ermittlung der Lebenszykluskosten Standard bei Zertifizierungsprojekten nach BNB /DGNB und ermöglicht den Vergleich mit Benchmarks,
die für ausgewählte Gebäudearten und Nutzungen vorliegen. Die Eingangsgrößen bei der Berechnung sind:
- Herstellkosten nach DIN 276: Kostengruppen 300, 400 (ohne 470) und tlw. 500 (Umrechnung
auf Bezugsjahr BNB gem. Steckbrief mittels Baupreisindex)  Nettobeträge!

9

-

Aufwand für Instandsetzung, Inspektion und Wartung sowie Ersatzinvestitionen (AMEV-Empfehlungen)
Ausgewählte Kostengruppen der Baunutzungskosten nach DIN 18960
Nutzungsdauern für Bauteile und Anlagentechnik
ermittelter Energiebedarf (EnEV) für die jeweiligen Energieträger
Wasserbedarf für Abwasser und Trinkwasser
Flächen nach DIN 277-1, Dachflächen und zu reinigende Flächen

Grundlagen / Tools
- kostenloses Berechnungstool für das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB):
https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/BNB_Steckbriefe_Buero_Neubau/aktuell/LCC-Tool_BNB_BN_2015_2018-01-29.xlsm
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
1.1 Zielsetzung
9.8.1.1 Vorschriften und Regeln der Technik

10

2.2.2

Flächeneffizienz und Anpassungsfähigkeit

Zielsetzung
-

Hohe Umnutzungsfähigkeit des Gebäudes
Geringere Inanspruchnahme von neuen Flächen bzw. effizientere Flächenaufteilung

Maßnahmen
-

-

Bildung von Kennwerten für die Flächeneffizienz
Optimierung der Gebäudegeometrie (u.a.
Tiefe, Geschosshöhen, Stützenstellung)
Berücksichtigung anderer Nutzungen bei
der Grundrissgestaltung (Anzahl Erschließungskerne, Sanitäreinheiten)
Berücksichtigung von späteren Nachinstallationen bei der Gebäudetechnik, damit
eine Nutzungsänderung leichter durchgeführt werden kann

Vorteile
-

Senkung der Investitions- und Betriebskosten
Reduzierung der Umweltauswirkungen
Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der
Grundrisse
Reduzierung der Lebenszykluskosten
Effizientere Nutzung von bereits versiegelten Flächen bzw. Verringerung der neuen
Versiegelungen

Anforderung
Ein Kennwert für die wirtschaftliche Ausnutzung von Flächen ist der Flächeneffizienzfaktor. Dies
sollte projektspezifisch ermittelt werden, um zukünftig daraus abgeleitet, Vorgaben für ein gutes
Verhältnis von nutzbaren Flächen zur Bruttogeschossfläche zu entwickeln.
Vergleichskennwerte liegen durch die Anforderungen von BNB und DGNB für ausgewählte Nutzungen vor:
Flächeneffizienzfaktor ist das Verhältnis nutzbare Fläche zur BGF:
-

Empfehlung bei Schul- und anderen Bildungsbauten: ≥ 0,60 (nach DGNB)
Empfehlungen für Bürogebäude: ≥ 0,63 (nach BNB)

Um eine Anpassungsfähigkeit an spätere Nutzungsänderungen zu ermöglichen, sollten folgende
Aspekte berücksichtigt werden:
- Optimierung der Gebäudegeometrie (Geschosshöhen, Stützenstellung)
- Abstimmung der Anzahl der Erschließungskerne und Sanitäreinheiten auf mögliche Nutzungseinheiten
- Vorhalten von Reserven in Technikräumen und Schachtquerschnitten zur späteren Nachinstallationen bei der Gebäudetechnik

11

2.3 Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit
2.3.1

Thermischer Komfort

Zielsetzung
-

Schaffung behaglicher und gesundheitsfördernder Zustände für Nutzer durch hohen thermischen Komfort (im Sommer und Winter)
Reduzierung von lokalen Unbehaglichkeitsphänomenen (Zugluft, asymmetrische Strahlungstemperatur, Überhitzung im Sommer etc.)

Maßnahmen
-

-

-

Ermittlung des thermischen Komforts anhand folgender Faktoren: operative Temperatur, Zugluft, Strahlungsasymmetrie
Durchführung von thermischen Simulationen für ausgewählte Räume und Nutzungen
Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels durch Verwendung von aktuellen
Wetterdatensätzen bei thermischen Simulationen

Vorteile
-

Höhere Leistungsfähigkeit und thermische
Behaglichkeit bei den Personen im Gebäude
Geringerer Energiebedarf
Erhöhte Akzeptanz des Raumklimas
Berücksichtigung des Klimawandels

Anforderung
Zur Bewertung des thermischen Komforts und zur Festlegung der Anforderungen an den Sonnenschutz ist eine thermische Raumsimulation durchzuführen. Bei der Zonierung können Raumbereiche zusammengefasst werden, die sich thermisch ähnlich verhalten (u.a. hinsichtlich Nutzung,
Hüllfläche, solare Ausrichtung der Fassade, bauliche Verschattung). Besonders kritische Bereiche
sind ebenso zu betrachten wie Standardräume.
Die Ergebnisse der thermischen Simulation sollen zeigen, wie groß die Abweichungshäufigkeit der
operativen Temperatur von den zulässigen Temperaturobergrenzen ist (in Anlehnung an DIN EN
15251 und DIN EN ISO 7730). Die im Projekt zulässigen Grenzen sollten projektspezifisch gemäß
den Kategorien nach DIN EN 15251 festgelegt werden. Es wird empfohlen, mindestens die Anforderungen der Kategorie II einzuhalten und eine max. Überschreitungshäufigkeit von 5% anzusetzen.
Um die erwarteten Folgen des Klimawandels zu berücksichtigen, sollten die aktuellen Klimadaten
des Deutschen Wetterdienstes verwendet werden.

Healthy Building: optimale Temperatur, Luftgeschwindigkeit und Feuchtigkeitsgrad
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.1 Vorgaben Wärmeschutz

12

2.3.2

Raumluftqualität

Zielsetzung
-

Sicherstellung einer guten Luftqualität zum Schutz der Gesundheit und zur Förderung des
Wohlbefindens
Niedrige Immissionskonzentrationen an flüchtigen und geruchsaktiven Stoffen
Vermeidung mikrobieller Verunreinigungen der Innenraumluft

Maßnahmen
-

-

Vorteile

Herstellung von ausreichenden Luftwechselraten in den einzelnen Räumen
Vermeidung von Schadstoffemissionen
aus Baustoffen und -produkten durch die
Verwendung von geruchs- und emissionsarmen Bauprodukten
Durchführung von Raumluftmessungen
zur Qualitätssicherung
Optimierung der Raumluftqualität durch
Erstellung eines Lüftungskonzeptes unter
Berücksichtigung der Kombination aus natürlicher und mechanischer Lüftung

-

-

Hygienische und gesundheitliche Sicherheit
zum Schutz der Leistungsfähigkeit und der
Gesundheit der Nutzer
Vermeidung von Geruchsbelästigungen

Anforderung
Die Bewertung der Raumluftmessungen erfolgt auf Basis der nachfolgend aufgeführten Anforderungswerte für flüchtige organische Substanzen (VOC), Formaldehyd und Kohlendioxid. Grundlage
für die Bewertung flüchtiger organischer Substanzen (VOC) ist die Handreichung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes und der Obersten
Landesgesundheitsbehörden (Ad-hoc AG IRK/AOLG) (Bundesgesundheitsblatt 7, 2007).
TVOC

< 1 mg/m³ und, falls für VOC-Einzelsubstanzen der RW I (Ad-hoc AG IRK/AOLG)
überschritten ist, sind Aussagen zum Abklingverhalten und zur möglichen Quelle
des Stoffeintrages zu treffen.

Formaldehyd

≤ 0,1 mg/m³

CO2

≤ 1.000 ppm bzw.
ein personenbezogener Außenvolumenstrom von ≥ 36 m³/h/Person
Diese Werte sind bereits im Lüftungskonzept vorzusehen (Erfordernisse aus ASR
A3.6 und der hygienischen Beurteilung für Kohlendioxid in der Innenraumluft
durch den Ausschuss der Innenraumrichtwerte; vgl. AIR-Leitwerte)
Die Bewertung der Innenraumluftqualität hinsichtlich Formaldehyd und TVOC erfolgt durch
Raumluftmessungen unter Berücksichtigung der Messstrategie gemäß VDI 4300 1-11 DIN EN ISO
16000-2 und DIN EN ISO 16000-5 in repräsentativen Räumen vor Möblierungsbeginn.
Healthy Building: Eindämmung bzw. Ausschluss von Verunreinigungen, von flüchtigen organischen
Verbindungen, schädlichen Gasen (u.a. CO2), von Nässe, Lüftungsmängeln und Feinstaub.
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
9.8 Lufttechnische Anlagen

13

2.3.3

Raumakustik

Zielsetzung
-

Sicherstellung eines guten Nutzerkomforts durch eine geeignete raumakustische Qualität

Maßnahmen
-

-

Ermittlung und Bewertung der Nachhallzeit in ausgewählten Nutzungszonen und
Räumen durch Berechnung
Einsatz von schallabsorbierenden Raumbegrenzungsflächen

Vorteile
-

Optimale Hörbedingungen unter Beachtung
der jeweiligen Raumnutzung
Uneingeschränkte sprachliche Kommunikation
Förderung der Leistungsfähigkeit

Anforderung
-

Eine Berechnung der Nachhallzeit ist für Aufenthaltsräume gemäß den Vorgaben des Anhang
A der DIN 18041 durchzuführen.
Die Zielwerte können in Anlehnung an das Bewertungssystem BNB (Kriteriensteckbrief 3.1.4
Raumakustik) festgelegt werden.
(https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/fileadmin/steckbriefe/unterrichtsgebaeude/neubau/v_2017/BNB_UN2017_314.pdf)

siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.2 Vorgaben Schallschutz und Akustik

14

2.3.4

Visueller Komfort

Zielsetzung
-

Ausreichende und störungsfreie Beleuchtung durch Tages- und Kunstlicht
Individuelle Anpassungsfähigkeit an die nutzerspezifischen Anforderungen
Herstellung von Sichtverbindungen zum direkten Umfeld

Maßnahmen
-

-

Vorteile

Bewertung des Tages- und Kunstlichtes un- ter Einbeziehung der Sicherverbindung
zum lokalen Umfeld, der Blendfreiheit,
Lichtverteilung und Farbwiedergabe
Ermittlung des Tageslichtquotienten für
ausgewählte Nutzungen und Räume
Verringerung der Sturzhöhen, Sonnenschutz mit Lichtlenkung

Verbesserte Tageslichtnutzung
Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Nutzer
Reduktion der Betriebskosten durch Minimierung der künstlichen Beleuchtung

Anforderung
- Tageslichtverfügbarkeit Gesamtgebäude: Tageslichtquotienten DF > 1,5%
- Die Schaltung der Beleuchtung soll in der Kombination aus Tageslichtreglung und Präsenzmelder erfolgen.
- Für ständige Arbeitsplätze sollte ein Nachweis der Sichtverbindung gem. DIN 5034-1 erfolgen
Healthy Building: Tageslicht
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.1 Vorgaben Wärmeschutz (Präsenzmelder)
9.10.8 Beleuchtung

15

2.4 Technische Ausführung
2.4.1

Recyclingfreundlichkeit (Rückbau, Trennung und Verwertung)

Zielsetzung
-

Einsparung von Deponierraum, Rohstoffen und Produktionsenergie
Verwendung von recyclingfähigen Baustoffen und Bauteile
Einsatz abfallarmer Konstruktionen

Maßnahmen
-

-

Erfassung der Bauteile und Flächenanteile
der Baukonstruktion
Auswahl von Baustoffen/Bauteilen mit einer
einfachen Rückbaubarkeit, hohen Sortenreinheit und guten Wiederverwendbarkeit
Detailliertes Recyclingkonzept

Vorteile
-

Schonung der natürlichen Ressourcen
Vermeidung von Abfällen
Schadstofflose Verwertung von unvermeidbaren Abfällen

Anforderung
Um den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu fördern, sollte sowohl bei der Baustoffwahl, als auch beim Entwurf der Baukonstruktion auf folgendes geachtet werden:
- Auswahl von recyclingfreundlichen Baustoffen und -produkten
- Wiederverwendung oder Verwertung recycelter Baustoffe oder -konstruktionen
- Verwendung von Recyclingbaustoffen und -produkten, Verwendung von Bauprodukten mit
Recyclinganteil oder Wahl C2C zertifizierter Bauprodukte (Cradle to Cradle)
- Berücksichtigung der späteren Rückbaufähigkeit/zerstörungsfreier Rückbau
- Einfacher und zerstörungsarmer Austausch im Falle von Sanierungen
- Erstellung eines Recyclings- und Rückbaukonzeptes bzw. eine Übersicht aller relevanter Bauteilgruppen mit Nennung der Bauteilschichten und geplanten Material/Baustoffe
- Ggf. Berücksichtigung von Alternativen, die bereits Recyclingprodukte sind, Recyclinganteile
besitzen oder C2C-zertifiziert sind
- Vermeidung von Verbundstoffen
Healthy Building  Kreislaufwirtschaft (C2C; ökonomisches und industrielles System, in dem kaum
Abfälle produziert werden und Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes kontinuierlich
wiedergenutzt und recycelt werden. Im Gegensatz zum heutigen linearen System, in dem Grundstoffe in Produkte verarbeitet werden, die am Ende ihrer Lebensdauer vernichtet werden).
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
4.3 Umweltschutz und Nachhaltigkeit

16

2.4.2

Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren

Zielsetzung
-

Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Gebäudes gegenüber Naturgefahren zum Schutz
von Personen, Sachwerten und der Nutzbarkeit und Nutzungsdauer des Gebäudes

Maßnahmen
-

Bewertung der Gefährdung des Gebäudestandortes
Umsetzung von baulichen und organisatorischen Maßnahmen zur Erhöhung der
Widerstandsfähigkeit des Gebäudes gegen Extremereignisse (Starkregen, Wind,
Hagel, Schnee, Hochwasser)

Vorteile
-

Risikominimierung und Schadensvermeidung
Begrenzung der Versicherungskosten
Sicherstellung des Gebäudebetriebes

Anforderung
Projekt- und standortspezifisch empfiehlt es sich eine Gefährdungsbewertung zu Extremwetterereignissen durchzuführen. In Krefeld besteht ein erhöhtes Risiko für Hagelereignisse. Zudem ist
standortbezogen eine Gefährdungseinschätzung hinsichtlich des Hochwassers vorzunehmen.
Bei der Bewertung der Extremereignisse bzgl. Wind, Starkregen, Hagel, Schnee und Hochwasser
ist zwischen Personen und Sachschadensrisiken zu unterscheiden. Weitergehend ist bei der Planung aufgrund der Klimawandelfolgen eine erhöhte Anzahl an langanhaltenden Hitzeperioden im
Sommer zu berücksichtigen.
Eine Checkliste zur Gefährdungseinschätzung enthält Anhang 4.3 (Grundlage BNB Kriterium
4.1.5).
Grundlagen / Tools
BNB Excel-Tool zur Bewertung des Widerstandes gegen Naturgefahren:
https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/BNB_Steckbriefe_Buero_Neubau/aktuell/V2015_415_Widerstand_gegen_Naturgefahren_2016-03-01.xlsx

17

2.4.3

Bedienung und Instandhaltung der TGA

Zielsetzung
-

Sicherstellung des planmäßigen Gebäudebetriebes und Instandhaltung
Geringer Aufwand und geringe Nutzerbeeinträchtigung
Überwachung der Anlagen

Maßnahmen
-

Planung und Realisierung der folgenden
technischen Anlagen ermöglichen eine
Bedienung und Unterhalt mit geringem
Aufwand und ohne Nutzerbeeinträchtigung
 Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen
 Wasserversorgungsanlagen
 Lufttechnischen Anlagen
 Kälteversorgungsanlagen
 Starkstromanlagen
 Förderanlagen
 Gebäudeautomation

Vorteile
-

-

Höherer Komfort / bessere Nutzbarkeit des
Gebäudes
Optimierung der Lebenszykluskosten durch
reduzierte Wartungs- und Instandhaltungskosten
Optimierung der Nutzungskosten durch zeitnahe Erfassung von Störungen bzw. nicht
planmäßigen Gebäudebetrieb

Anforderung
Die folgenden Aspekte sind bei der Planung und Realisierung zu beachten bzw. projektspezifisch
als Anforderung festzulegen:
- Einstellungen an allen Anlagen können in den Technikzentralen vorgenommen werden
- Revisionsöffnungen und Platz an Einregulierungs- und Messstellen sind vorhanden und gekennzeichnet
- Es wird nachgewiesen, dass die Messwerte und Betriebsparameter der Temperatur, Drücke,
Ventilstellungen, Volumen-, Massen- und Energieströme direkt vor Ort an relevanten Hauptund Unterverteilungen ablesbar/erfassbar sind bzw. dass für diese Messwerte die Möglichkeit der Fernüberwachung besteht.
Die Planungsanweisungen enthalten weitere detaillierte Vorgaben zu den Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung.
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
10 Gebäudeautomation
Anlage 2 Standards der Gebäudeautomation (GA) der Stadt Krefeld

18

2.5 Planungsprozess
2.5.1

Projektvorbereitung

Zielsetzung
-

Optimale Projektvorbereitung vor der Leistungsphase 1 (HOAI)
Ermittlung der Bedürfnisse der Bauherren und Nutzern
Fixierung von konkreten Planungszielen
Sicherung der Qualität im Projekt

Maßnahmen
-

Bedarfsermittlung/-planung
Zielvorgaben zu Nachhaltigkeitsaspekten
Vorbereitung Auswahl Planungsteam/Planungswettbewerb

Vorteile
-

strukturierte Projektvorbereitung
Hohe Einflussmöglichkeiten zu einem frühen
Projektstand
Zielgerichtete Planung

Anforderung
- Bedarfsplanung und vergleichbare Planung
- Zielvereinbarung zu den Nachhaltigkeitszielen mit einer Zielvereinbarungstabelle
- falls ein Architekturwettbewerb durchgeführt wird, sollten die Nachhaltigkeitsziele bereits in
die Wettbewerbsauslobung integriert werden

19

2.5.2

Optimierung der Planung (Konzepte)

Zielsetzung
-

Konsequente, systematische Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der Gebäudeherstellung
und -bewirtschaftung
Prüfung durch unabhängige Dritte
Durchführung von Variantenvergleichen

Maßnahmen
-

Erstellung von Konzepten unter Einbeziehung der nachhaltigen Kriterien mit Festlegung von Prioritäten und Beschreibung der
Vorgehensweise

Vorteile
-

Ganzheitliche Herangehensweise
nachvollziehbare Dokumentation von Planungsentscheidungen

Anforderung
Gemäß den Planungsanweisungen sind bereits die Konzepte Bestandteil der Planung:
- Energiekonzept
- Lüftungskonzept
- Zählerkonzept
- Brandschutzkonzept
- Barrierefreikonzept
Ergänzend kann projektspezifisch die Erstellung weiterer Konzepte die Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen unterstützen:
- Wasserkonzept
- Konzept zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken aus Bauprodukten
- Abfall / Wertstoffkonzept
- Konzept zur Tages- /Kunstlichtoptimierung
- Konzept zur Sicherung der Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit
- Umbaubarkeits-, Rückbau-, Recyclingkonzept
- Konzept zur Vermeidung und Beherrschung von Risiken
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
9.3.6 bzw. 9.5.2 Messeinrichtungen (Zählerkonzept)
9.7.1 Wärmeerzeugungsanlagen (Energiekonzept)
9.8.1.2 Planung und Entwurf (Lüftungskonzept)

20

2.5.3

Ausschreibung und Vergabe

Zielsetzung
-

Umsetzung der ökologischen und gesundheitsrelevanten Anforderungen der Baumaterialien
und -stoffe aus der Planung in den Leistungsverzeichnissen und Bauverträgen
Sicherstellung, dass die vereinbarten Qualitäten in der Bauausführung umgesetzt werden

Maßnahmen
-

Integration von Nachhaltigkeitsaspekten
in die Ausschreibung
Qualitätssicherung bei der Vergabe: die
Anforderungen an Materialien und Produkte sind genau definiert

Vorteile
-

-

Sicherstellung einer ökologischen, gesundheitsrelevanten, funktionalen und technischen Gebäudequalität
Basis für eine qualitativ hochwertige Bauausführung

Anforderung
Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in der Ausschreibung in den allgemeinen Vorbemerkungen
oder zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen:
- Technische Aspekte (Dauerhaftigkeit, Reinigungsfreundlichkeit, etc.)
- Anforderungen an Gesundheit und Umweltverträglichkeit von Bauprodukten
- Anforderungen zur Materialgewinnung, Bau-, Nutzungs- und Rückbauphase und Recyclingmöglichkeiten
- Verwendung von Recyclingbaustoffen
- Ausschluss von unerwünschten Bauprodukten, Baustoffen oder Bauweisen
- Erstellung eines Bauteilkataloges mit genauer Definition der zu verwendenden Materialien
Grundlagen / Tools
Planungs- und Ausschreibungshilfen hinsichtlich der Baustoff- und Bauproduktauswahl im kostenlosen Informationssystem für Baustoffe: https://www.wecobis.de/p-a.html
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
2.2 Vergabe

21

2.5.4

Dokumentation und Bewirtschaftung

Zielsetzung
-

Umfassende Dokumentation des Gebäudes und der Gebäudebestandteile für eine übersichtliche Nutzung, Betrieb und Instandhaltung

Maßnahmen
-

Erstellung von Unterlagen zur Dokumentation für die Akteure der Immobilienwirtschaft, die Firmen zur Instandhaltung und
die Gebäudenutzer

Vorteile
-

Effiziente Nutzung und Bewirtschaftung des
Gebäudes im Betrieb

Anforderung
- Erstellung einer Objektdokumentation
- Erstellung von Wartungs-, Inspektions-, Betriebs- und Pflegeanleitungen
- Erstellung eines Nutzerhandbuches
- Anpassung der Pläne und Berechnungen an das realisierte Gebäude
- Dokumentation der verwendeten Baustoffe- und -produkte anhand vorgegebener Datenblätter und Produktinformationenmit (Sicherdatenblätter, Techn. Informationen, Nachhaltigkeitsdatenblätter etc.)
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
9.1.3 Revisionsunterlagen

22

2.6 Baustelle / Bauprozess
2.6.1

Qualitätssicherung

Zielsetzung
-

Umsetzung der Nachhaltigkeitszielsetzungen
Überprüfung der in der Planung festgelegten baulichen Qualitäten durch Messungen

Maßnahmen
-

-

Dokumentation der verwendeten Baustoffe und -produkte (Fortführung des
Bauteilkataloges)
Durchführung von Messungen zur Qualitätskontrolle

Vorteile
-

Informationen über die ausgeführte bauliche
Qualität
Basis für zukünftige Baumaßnahmen und Monitoring

Anforderung
Dokumentation der verwendeten Baustoffe
und -produkte mit Sicherheitsblättern

-

Durchführung von Messungen

-

-

-

Dokumentation der verwendeten / eingebauten Materialien
Vorlage der Sicherheitsdatenblätter oder Produktbeschreibungen
Raumluftmessung (TVOC, Formaldehyd),
Bauakustische Messungen,
Luftdichtigkeitsmessung (Blower-Door-Messung)
Thermografieaufnahmen der Fassade oder einer Bauteilaktivierung

23

2.6.2

Inbetriebnahme

Zielsetzung
-

Abgestimmte Inbetriebnahme der Gebäude zur Sicherstellung der vertraglich vereinbarten
Leistungen.

Maßnahmen
-

-

Vorteile

Systematische Inbetriebnahme der einzel- nen Komponenten
Nachjustierung zur Betriebsoptimierung
Dokumentation der wesentlichen Voreinstellungen der Anlage
Abstimmung und Einregulierung der haustechnischen Anlagen aufeinander
Erstellung eines gewerkeübergreifenden
Inbetriebnahmekonzeptes entsprechend
der VDI 6039 zur Koordinierung der Inbetriebnahme, Abnahme, Mängelabwicklung,
Einregulierung und Betriebsoptimierung
unter Berücksichtigung der Brandfallmatrix
Kontrolle und Optimierung der Einstellungen in festgelegten Intervallen

Risikominimierung
Funktionsoptimierung der haustechnischen
Anlagen
Optimiertes Gebäudemonitoring für eine
langfristig und effizient funktionierende
Haustechnik

Anforderung
Um den optimalen Übergang in den Gebäudebetrieb zu ermöglichen, sollte eine systematische Inbetriebnahme der einzelnen Komponenten erfolgen. Die folgenden Leistungen sollten hierbei integriert werden:
- Beschreibung des Inbetriebnahmeprozesses in einem Inbetriebnahmekonzept
- Abstimmung und Einregulierung der haustechnischen Anlagen im Verbund
- Nachjustierung zur Betriebsoptimierung
- Dokumentation der wesentlichen Voreinstellungen der Anlage
- Übergabe einer Dokumentation zur Abnahme
- Übergabe eines Nutzerhandbuches
siehe auch in den Planungsanweisungen für städtische Liegenschaften der Stadt Krefeld:
Anlage 1 Projektdokumentation TGA Gewerke

24

3.

Hinweise/Vorgaben nach Planungsphasen

Nr.
2.4.1.
2.5.1.

2.5.1.

2.1.3.

2.1.3.

2.1.4.

2.2.2.

2.3.1.

2.1.2.

2.5.2.

2.1.1.

2.1.3.

2.2.1.

Kriterien
Rückbau, Trennung und Verwertung
Projektvorbereitung
Projektvorbereitung
Energieverbrauch und erneuerbare Energie
Energieverbrauch und erneuerbare Energie
Wasserbedarf
Flächeninanspruchnahme
und Anpassungsfähigkeit
Thermischer
Komfort
Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl
Optimierung der
Planung (Konzepte)
Treibhauspotenzial und andere
Umweltwirkungen
Energieverbrauch und erneuerbare Energie
Lebenszykluskosten

LPH nach
HOAI
LP 1
LP 1

LP 1

Hinweise und Vorgaben
Festlegung, welche Cradle to Cradle Prinzipien verstärkt anzuwenden sind.
Wettbewerb: Berücksichtigung der Anlage Nachhaltiges Bauen im
Wettbewerb bzw. bei der Erstellung der Wettbewerbsauslobung
Grundlagenermittlung: Die Planer und Projektbeteiligten wurden
über die Anforderungen der Anlage Nachhaltiges Bauen informiert und diese ist Bestandteil der Vertragsunterlagen.
Erstellung Bedarfsplanung und Zielvereinbarung zu den Nachhaltigkeitskriterien
Prüfung der Nutzung regenerativer Energien

LP 2

LP 2

LP 2

LP 2

LP 2

LP 2-4

LP 2-8

LP 3

LP 3

LP 3

Konzeptionelle Überlegungen (Energiekonzept inkl. Bewertung
der Nutzung regenerativer Energien )

Konzeptionelle Überlegung zur Versickerung des Regenwassers
auf dem Grundstück (inkl. Vorhaltung von Regenwasserrückhaltesystemen, wie bspw. Zisternen, zur Bewässerung von Grünflächen)
Festlegung des Flächeneffizienzfaktors (Verhältnis nutzbare Fläche/BGF)

Festlegung der zu erfüllenden Kategorie nach DIN EN 15251 für
die thermische Raumsimulation
grundsätzliche und weitergehende Festlegungen zur Konstruktion/Bauteilaufbauten und Baustoffwahl unter Berücksichtigung
des materialökologischen Anforderungskatalogs
Erstellung und Fortschreibung von ausgewählten Konzepten
(siehe Nachhaltigkeitskriterium 2.5.2)
und ggf. Prüfung durch Dritte,
Durchführung von Variantenvergleichen (Gesamtgebäude oder
ausgewählte wesentliche Bauteile der Gebäudehülle)
Festlegungen zur Energieversorgung und Konstruktion, einschl.
Energiestandard und Material der Primärkonstruktion, ggf. Durchführung von Variantenvergleichen zur Auswahl von Baustoffen oder Bauteilaufbauten
Festlegungen zur Energieversorgung und Konstruktion einschl.
Dämmstandard mit dem Ziel der Einhaltung bzw. Unterschreitung
der EnEV-Anforderungen (insbesondere geringerer Endenergiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude)
ggf. Durchführung der Lebenszyklusberechnung für Nachhaltigkeitsbewertungen und Variantenvergleiche

25

Nr.

Kriterien

LPH nach
HOAI

2.2.1.

Lebenszykluskosten

LP 3

2.2.2.

Flächeninanspruchnahme
und Anpassungsfähigkeit

LP 3

2.4.1.

Rückbau, Trennung und Verwertung

LP 3

2.4.2.

Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren

LP 3

2.4.3.

Bedienung und
Instandhaltung
der TGA

LP 3

2.3.2.

Innenraumlufthygiene

LP 3 / 8

2.1.1.

2.1.3.

2.3.3.

2.1.1.

2.1.2.

2.1.4.

Treibhauspotenzial und andere
Umweltwirkungen
Energieverbrauch und erneuerbare Energie
Akustischer Komfort
Treibhauspotenzial und andere
Umweltwirkungen
Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl
Wasserbedarf

LP 4

Hinweise und Vorgaben
Sofern eine Berechnung der Lebenszykluskosten vorgesehen ist:
Vorabschätzung anhand Kostenberechnung KG 300 und 400 nach
DIN 276 und Vergleich mit den Benchmarks (Steckbrief BNB_221);
Betriebskostenberechnung, Wirtschaftlichkeitsnachweis und Berechnung Lebenszykluskosten TGA
Berücksichtigung der Anpassungsfähigkeit des Gebäudes bei der
Planung (bspw. Optimierung der Gebäudegeometrie, Abstimmung der Anzahl der Erschließungskerne und Sanitäreinheiten auf
mögliche Nutzungseinheiten, Vorhalten von Reserven in Technikräumen und Schachtquerschnitten für spätere Nachinstallationen
bei der Gebäudetechnik)
Konzeptionelle Festlegungen in einem Konzept zu den Baustoffen
und Bauteilaufbauten hinsichtlich Recyclingfreundlichkeit, Rückbaubarkeit und Trennbarkeit, Verwendung von Produkten mit Recyclinganteil oder C2C (Cradle to Cradle) zertifizierten Bauprodukten
Gefährdungsbeurteilung des Standortes hinsichtlich von Naturgefahren (Hochwasser, Starkregen, Wind, Hagel, Schnee) und langanhaltenden Hitzeperioden im Sommer und Überprüfung des Einsatzes von möglichen Maßnahmen (Anhang 4.3)
Berücksichtigung von Revisionsöffnungen und Fläche für Einregulierungs- und Messstellen, Fernüberwachung der Messwerte, eindeutige Kontroll- und Identifikationsmöglichkeiten von Störungen
und zentrale/geschossweise/raumweise Absperrmöglichkeiten
bei der Planung sind zu berücksichtigen
Festlegungen zum Lüftungskonzept (über Fenster / RLT-Anlagen),
Größe und Anordnung der Fenster; Durchführung von Raumluftmessungen auf VOC und Formaldehyd in repräsentativen Räumen, Nachweis des personenbezogenen Außenluftvolumenstroms für repräsentative Räume
Sofern die Ökobilanzierung für das Projekt festgelegt wurde: Berechnung der Ökobilanz mit dem Bauteileditor (eLCA) vor Baubeginn des Gebäudes auf Basis der Bauantragsunterlagen / Kostenschätzung.
Energiebilanzierung und Erstellung EnEV-Nachweis

LP 4

LP 4

Berechnung der Nachhallzeit gemäß DIN 18041 für repräsentative
Räume/Raumtypen und flächengewichtete Bewertung gemäß den
Vorgaben des Anhang A
Festlegungen zur Baustoffauswahl und technischen Anlagen

LP 5

LP 5

LP 5

Vorgaben des materialökologischen Anforderungskataloges werden bei der Ausführungsplanung beachtet

Festlegungen zu Dachoberflächen, Sanitärobjekten/Armaturen sowie Regenwassernutzung/ -versickerung, Entwässerungsantrag

26

Nr.

2.2.1.

2.3.1.
2.4.1.
2.6.2.
2.3.4.

2.1.2.

Kriterien
Lebenszykluskosten
Thermischer
Komfort
Rückbau, Trennung und Verwertung
Inbetriebnahme
Visueller Komfort
Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl

LPH nach
HOAI
LP 5

LP 5
LP 5
LP 5
LP 5 / 8

LP 6

2.1.4

Wasserbedarf

LP 6

2.5.3.

Ausschreibung
und Vergabe

LP 6

2.6.2.

Inbetriebnahme

LP 6

2.1.2.

Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl

LP 7

2.1.4

Wasserbedarf

LP 7

2.1.2

2.1.2.

Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl
Materialanforderungen und
nachhaltige Materialwahl

LP 8

LP 8

2.1.4.

Wasserbedarf

LP 8

2.2.1.

Lebenszykluskosten

LP 8

2.3.1.

Thermischer
Komfort

LP 8

Hinweise und Vorgaben
Sofern eine Berechnung der Lebenszykluskosten vorgesehen ist:
Vorabschätzung der Lebenszykluskosten anhand Kostenberechnung sowie EnEV- und Vergleich mit den Benchmarks (Steckbrief
BNB_221)
thermische Raumsimulation zur Überprüfung der thermischen Behaglichkeit (mit Extremwetterdatensätzen als Grundlage)
Fortschreibung des Recyclings- und Rückbaukonzeptes, Optimierung der Rückbau- und Recyclingfähigkeit der Konstruktion
Erstellung eines Inbetriebnahmekonzeptes für die technischen
Anlagen
Ermittlung des Tageslichtquotienten (DF) für das Gebäude bzw.
repräsentative Räume / Zonen
Berücksichtigung der Anforderungen in den Ausschreibungen inkl.
Vorgaben für die vorzulegenden Unterlagen / Zertifikate, Hinweis
auf Lieferung von Sicherheitsdatenblättern, technischen Datenblättern etc.
Berücksichtigung der Anforderungen in den Ausschreibungen inkl.
technischen Datenblättern etc.
Integration der Nachhaltigkeitsaspekte / Anforderungen in den
Ausschreibungsunterlagen
(materialökologisch, bauphysikalisch, energetisch, etc.)
Integration in die Ausschreibungsunterlagen: Inbetriebnahmekonzept
Prüfen der eingegangenen Angebote,
ggf. Ausschluss ungeeigneter Produkte

Prüfen der eingegangenen Angebote,
ggf. Ausschluss ungeeigneter Produkte
Nachweisführung der ausführenden Firmen und Dokumentation
mit Hilfe eines Bauteilkatalogs (siehe Anhang 4.2) u.a. der Herkunft der verbauten Hölzer, Holzprodukte, Holzwerkstoffe über
Zertifikate und COC-Zertifikate
Sammeln der Unterlagen, Kontrolle der eingebauten Materialien,
Dokumentation der eingesetzten Baustoffe und Bauhilfsstoffe zur
Fertigstellung (über Bauteilkatalog und Sicherheitsdatenblätter)
Berechnung und Bewertung des Wassergebrauchskennwerts gemäß Steckbrief,
Flächenaufstellung nass zu reinigender Bodenbeläge, Dachflächen, Produktdatenblätter der eingebauten Armaturen und Sanitärobjekte mit Durchflussmengen
Sofern eine Berechnung der Lebenszykluskosten vorgesehen ist:
Berechnung der gebäudebezogenen Kosten im Lebenszyklus nach
den Vorgaben des Steckbriefs BNB_221
auf Grundlage der Kostenfeststellung / Schlussrechnungen (nur
KG 300 und 400 nach DIN 276)
Datenblätter der eingebauten RLT-Anlagen mit Angaben zu den
Luftauslässen, Luftwechsel/Luftgeschwindigkeit,
ggf. Be- und Entfeuchtung

27

LPH nach
HOAI

Nr.

Kriterien

2.3.1.

Thermischer
Komfort

LP 8

2.5.4.

Dokumentation
und Bewirtschaftung

LP 8

2.6.1.

Qualitätssicherung

LP 8

2.6.2.

Inbetriebnahme

LP 8

Hinweise und Vorgaben
Angaben zum Sonnenschutz, Datenblätter der eingebauten RLTAnlagen mit Angaben zu den Luftauslässen, Luftwechsel/Luftgeschwindigkeit, ggf. Be- und Entfeuchtung
Vorgaben für die ausführenden Unternehmen hinsichtlich vorzulegender Unterlagen (Wartungs-, Inspektions-, Betriebs- und Pflegeanleitungen)
Erstellung einer Objektdokumentation, Erstellung von Wartungs-,
Inspektions-, Betriebs- und Pflegeanleitungen, Erstellung eines
Nutzerhandbuches , Anpassung der Pläne und Berechnungen an
das realisierte Gebäude, Dokumentation der verwendeten Baustoffe und -produkte mit Sicherheitsdatenblättern
Bauteilkatalog mit Sicherheitsdatenblättern, siehe 2.1.2;
Durchführung von Messungen:
- Luftdichtigkeitsmessung (Blower-Door-Test und ggfls. Thermografie, siehe auch 2.3.1)
- Raumluftmessung (siehe auch 2.3.2)
- Bauakustische Messung
- etc.
Durchführung von Funktionsprüfungen/Einregulierung der haustechnischen Anlagen aufeinander,
Erstellung eines Konzeptes für das Energiemonitoring/Dokumentation der wesentlichen Voreinstellungen,
Vertrag über Energiemonitoring/Nachjustierung zur Betriebsoptimierung

28

4.

Anhang
4.1 Materialökologische Anforderungen
4.1.1

Negativliste unerwünschter Stoffe und Substanzen

Baustoff/Substanz

Anforderung

Zielsetzung
Raumluftqualität

Lösemittel (VOC)

Formaldehyd

CMR-Stoffe

Holzschutzmittel

Künstliche
Mineralfasern

Reduzierung der Lösemittelemission auf ein Minimum
durch ausschließlichen Einsatz schadstofffreier bzw. armer Produkte in Innenräumen.
Verzicht auf lösemittelhaltige Baustoffe (z.B.
Haftgrund, Primer, Kleber, Farben, Lacke).
Falls technisch erforderlich, dürfen lösemittelhaltige
Produkte zur Belegung von Oberflächen in
großflächiger Anwendung bei Wänden, Fußböden,
Decken oder Dächern nur mit einem VOC-Gehalt <3%
eingesetzt werden. Für ausgewählte Produkte oder
Anwendungen gelten strengere Anforderungen, die
nachfolgend aufgeführt sind.
Bei kleinflächigem Einsatz von Holzwerkstoffen:
Verwendung von Holzwerkstoffen mit E1Klassifizierung oder emissionsärmere Holzwerkstoffe,
z.B. E1plus (entsprechend der DIBt-Richtlinie 100).
Bei großflächigem Einsatz von Holzwerkstoffen: nur
formaldehydarme bzw. -freie Holzwerkstoffe
(Klassifizierung DE-UZ 76 bzw. DE-UZ 38) und
Nachweis des Herstellers über die Einhaltung des
Richtwerts für Formaldehyd bei Baustoffen und
Möbeln vor Zuschlagserteilung.
CMR-Stoffe sind grundsätzlich zu vermeiden.
CMR: cancerogen, mutagen, reprotoxisch
(krebserzeugender, erbgutverändernder oder
fortpflanzungsgefährdend)
In den Gefährdungsklassen 1 und 2 nach DIN 68 800
erfolgt der vorbeugende Holzschutz ausschließlich
konstruktiv oder durch artentypische Resistenzen.
In Innenräumen dürfen keine Holzschutzmittel eingesetzt werden. Biozidprodukte dürfen nur als verkehrsfähige Biozidprodukte nach 528/2012/EG eingesetzt
werden.
Ausschließlich Verwendung von Produkten, die den
Kriterien „Kanzerogenitätsindex KI > 40" oder
„Halbwertzeit < 40 Tage" und somit dem RALGütezeichen für Produkte aus Mineralwolle

x

Umwelt +
Ressourcenschutz

x

x

x

x

x

x

29

Baustoff/Substanz

Anforderung

Zielsetzung
Raumluftqualität

entsprechen (nach der Gefahrstoffverordnung, Anhang
V Nr. 7 „künstl. Mineralfasern“)
Einbau gegenüber Innenräumen nur mit Abdichtung
(z.B. Platten, Folien).
Biozide
Verzicht auf kennzeichnungspflichtige Fungizide,
Insektizide, Bakterizide in Materialien und Produkten.
Ausnahmen gelten ausschließlich für Bläueschutzmittel
und Topfkonservierungsmittel.
Bitumenemulsionen Lösemittelfrei, GISCODE BBP10
Epoxidharzprodukte Nur lösemittelfreie Produkte, mit GISCODE RE 05, RE
10 gekennzeichnet.
PolyurethanharzNur lösemittelfreie Produkte, die mit GISCODE PU10
produkte
gekennzeichnet sind.
Dichtungsmittel,
Ziel: Lösemittelfreie Produkte (VOC-Gehalt max. 3%)
Kleber, VerBodenbelagsklebstoffe müssen mit den Gütezeichen
siegelungshilfsmittel EMICODE EC-1, EC-1plus oder DE-UZ 113
gekennzeichnet sein.
Amin- und oximfreie Verfugungs- und Dichtungsmittel
Korrosionsschutz
Nur lösemittelfreie Produkte, die mindestens mit
GISCODE BS10 gekennzeichnet sind.
Montageschäume
Verzicht auf Montageschäume
Holz- und
FSC bzw. PEFC-Gütesiegel
Holzwerkstoffe
Keine tropischen, subtropischen und borealen Hölzer

Umwelt +
Ressourcenschutz

x

x

x
x

x
x

x

x

x

x
x
x

Der materialökologische Anforderungskatalog basiert auf den Kriterien des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB_BN 2015) und der DGNB (Innenräume).

4.1.2

Gewerkespezifischer Anforderungskatalog

Für sämtliche Gewerke gilt, dass der Einsatz von deklarationspflichtigen Materialien zu dokumentieren
ist. Es gelten bezüglich der Inhaltsstoffe die Anforderungen der Negativliste. Der Nachweis, dass diese
Anforderungen eingehalten und überprüft werden, ist von den ausführenden Firmen zu erbringen. Die
nachfolgende Zusammenstellung enthält typische Baustoffe der jeweiligen Gewerke. Da deren Zusammenstellung in der Regel projektspezifisch erfolgt, hat diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit und
muss projektspezifisch aktualisiert werden.

30

Rohbauarbeiten
Baustoff/Substanz

Anforderung

Betontrennmittel
Betonzusatzmittel
Bitumenvoranstrich



GISCODE BTM 05/10
Einsatz nur nach Absprache, FSHBZ-Gütesiegel
 GISCODE BBP 10, 20 oder 30 (nur bei Umkehrdach)


Dämmarbeiten
Baustoff/Substanz

Anforderung

WDVS





Kunstschaumdämmstoffe
für Gebäude und Haustechnik
Spritz- und Montageschäume im Innen- und Außenbereich
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (biozidhaltig, flammhemend)

nur mineralische Dämmstoffe
Blauer Engel DE-UZ 140
nur mit mineralischen oder Silikat-Putzen und Silikatfarben
 frei von halogenierten Treibmitteln
 frei von Altreifengranulat und Chlorparafinen


frei von halogenierten Treibmitteln, keine UF-Schäume (HarnstoffFormaldehydschaum)



reproduktionstoxische Bor-Verbindungen < 0,1%

Bodenbelagsarbeiten
Baustoff/Substanz

Anforderung

Elastische Bodenbeläge, z.B.
Vinyl, Linoleum, etc.





Textile Bodenbeläge
Parkett, Holzwerkstoffe

Blauer Engel DE-ZU 120
keine Cadmium- und Bleistabilisatoren
Einhaltung AgBB-Schema
 Blauer Engel DE-ZU 128 oder GuT Gütesiegel
 Einhaltung AgBB-Schema
 Blauer Engel DE-ZU 176
Beschichtungen (Lacke, Lasuren):
 Einhaltung AgBB-Schema
 GISCODE W1, W2+, W1/DD, W2/DD+, W3+, W2/DD+
oder
 Blauer Engel DE-ZU 12a
Öle, Wachse:
 Einhaltung AgBB-Schema und GISCODE Ö10 oder Ö20

31

Baustoff/Substanz

Anforderung

Grundierungen, Spachtelmassen, Voranstriche, Kleber und sonstige Verlegehilfsstoffe
Holz- und Steinpflegemittel
von Beton- oder Natursteinbodenbelägen




EMICODE EC1/EC1plus oder Blauer Engel DE-ZU 113
GISCODE D1, RU1



GISCODE GH10

Trockenbau + Wandbeläge (Holz und Holzwerkstoffe, Textilien, Tapeten)
Baustoff/Substanz

Anforderung

beschichtete und unbeschichtete Holzwerkstoffplatten



Textilien
Tapetenkleber

Blauer Engel DE-ZU 176 oder 76
oder
 Formaldehydausgleichskonzentration < 0,065 ppm (0,080 mg/m³)
entsprechend Klasse E1plus
 Chlorparafine, PBDE, TCEP < 0,1%
 Pulverprodukte oder GISCODE D1

Anstriche/Beschichtungen
Baustoff/Substanz

Anforderung

auf nicht mineralischen Oberflächen: Holz, Metalle, Kunststoffe
Lacke, Lasuren
 nur wasserbasierte System: VOC < 100 g/l
 keine Pigmente und Sikkative auf Basis von Blei, Cadmium und
Chrom-VI-Verbindungen
oder
 Blauer Engel DE-UZ 12a
Korrosionsschutzbeschich nur wasserbasierte System: VOC < 100 g/l
tungen
auf mineralischen Oberflächen
Spachtelmassen, staubbin nur wasserbasierte Systeme: VOC < 30 g/l
dende Anstriche, Putze
Wandfarben
 lösemittel- und weichmacherfrei
oder
 Blauer Engel DE-UZ 102

32

Klebe- und Dichtstoffe, Montageschäume
Baustoff/Substanz

Anforderung

Dispersions- PU-Klebstoffe





Kleb- und Dichtstoffe aus
PU, SMP (silanmodifizierte
Polymere), Acrylat oder Silikon
Montageschäume

VOC < 40 g/L
Chlorparafine < 0,1%
PBDE, TCEP < 0,1% (für PU-Klebstoffe)
 keine amin- oder oximvernetzenden Silikone
 PBDE, TCEP < 0,1% (für PU-Klebstoffe)
oder
Blauer Engel DE-UZ 123, oder
 EMICODE EC1/EC1plus
keine Verwendung, falls Einsatz begründet wird, gelten folgende Anforderungen:
 frei von halogenierten Treibmitteln
 keine UF-Schäume
 TCEP < 0,1%

Sonstige Baustoffe (Einsatz auch in den gebäudetechnischen Gewerken: Heizung, Lüftung, Kälte, Sanitär, Elektro)
Baustoff/Substanz

Anforderung

Bauprodukte aus Kunststoff
(Rohre, Kanäle, Kabel etc.)
Kunstschaumdämmstoffe
für Gebäude- und Haustechnik



Technischer Brandschutz,
Brandschottspachtelmassen,
Brandschutz-Coatings, PUMontagekleber für EPS, XPS,
PUR
Kältemittel
Kleb- und Dichtstoffe aus
PU, SMP (silanmodifizierte
Polymere), Acrylat oder Silikon




Sockelleisten, Türschiene,
Stützenkleber (Doppel- und
Hohlraumboden)

keine Cadmium- und Bleistabilisatoren

frei von halogenierten Treibmitteln
TCEP in PUR/PIR < 0,1%
Bei gummiartigen Dämmprodukten auf Kautschuk- und PP/PE/EPDMBasis:
 frei von Altreifengranulat und Chlorparaffine



Chlorparafine < 0,1% und
SVHC < 0,1%

frei von voll- und teilhalogenierten Kältemitteln
keine amin- oder oximvernetzenden Silikone
PBDE, TCEP < 0,1% (für PU-Klebstoffe)
oder
 Blauer Engel DE-ZU 123
oder
 EMICODE EC1/EC1plus
 GISCODE PU 10, PU 20 und EMICODE EC1, EC1plus, EC1-R oder
EC1plus-R




33

Die ausführenden Firmen müssen für die angebotenen Baustoffe und Bauprodukte nachweisen, dass
diese die Anforderungen erfüllen. Hierzu sind ergänzende Produktinformationen (techn. Datenblätter,
Sicherheitsdatenblätter, Nachhaltigkeitsdatenblätter etc.) vorzulegen. Die Dokumentation kann gemäß nachfolgender Gliederung gewerkeweise erfolgen und sollte vor Beginn der Arbeiten vorliegen.
LV- BauPos. stoff

Beschreibung/
Einsatz

Produktname

Hersteller

Anforderung

UmweltzeiBeigelegte Unterlagen
chen, GISCODE (Nachweisdokumente)
etc.

*Nachweis der Anforderungen: Sicherheitsdatenblatt, Technisches Merkblatt, Gütesiegel, GISCODE etc.

34

4.1.3

Label und Gütezeichen

Label
Der Begriff „Label“ ist ein Sammelbegriff für Eigenmarken, Gütezeichen, Prüfzeichen, Regionalzeichen,
Test-Label, Umweltzeichen und andere. Etablierte Label erleichtern aufgrund festgelegter Kriterien die
Produktauswahl. Die nachfolgenden Label basieren auf anerkannten Kriterien und können bei der Auswahl von umweltschonenden und gesundheitsverträglichen Baustoffen helfen. Diese Label wurden
bereits in Kapitel 4.1.2 mit der gewerkspezifischen Zuordnung benannt und dienen nachfolgend als
Übersicht.
In der folgenden Tabelle sind die gängigsten Labels der Baubranche aufgeführt.
Der blaue Engel
 Lizenzgeber: Umweltbundesamt
 Produktgruppen: Dämmstoffe, Lacke, Lasuren, Wandfarben, Tapeten, Bodenverlegewerkstoffe, Bodenbeläge, Holz/ Holzwerkstoffe
eco-INSTITUT-Label
 Lizenzgeber: eco-INSTITUT Germany GmbH
 Produktgruppen: Bodenbeläge, Bauprodukte, Möbel, Einrichtungsgegenstände
FSC
 Lizenzgeber: Forest Stewardship Council A.C.
 Produktgruppen: Holzwerkstoffe/ Holz
EMICODE
 Lizenzgeber: Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe e.V.
 Produktgruppen: Bodenverlegewerkstoffe
GuT-Teppich-Siegel
 Lizenzegeber: Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V.
 Produktgruppen: Bodenbeläge (Teppiche)
natureplus
 Lizenzgeber: natureplus e.V.
 Produktgruppen: Dämmstoffe, Lacke, Lasuren, Wandfarben, Holz, Holzwerkstoffe,
Bodenbeläge, Zemente, Putze

35

Blauer Engel
Mit dem Blauen Engel können Produkte ausgezeichnet werden, die hohe Ansprüche an den Gesundheitsschutz, den Arbeitsschutz, die Gebrauchstauglichkeit erfüllen und umweltfreundlich sind. Auch
für Bauproduktgruppe wurden Kriterien entwickelt, die erfüllt werden müssen, um damit ausgezeichnet zu werden. Die Kriterien werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Für die nachfolgenden
Bauprodukte gibt mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Produkte (Auswahl):


Emissionsarme Bodenbelagsklebstoffe und andere Verlegewerkstoffe (DE-UZ 113)



Elastische Bodenbeläge (DE-UZ 120)



Emissionsarme textile Bodenbeläge (DE-UZ 128)



Emissionsarme Dichtstoffe für den Innenraum (DE-UZ 123)



Innenputze (DE-UZ 198)



Emissionsarme Innenwandfarben (bis 12/2020) (DE-UZ 102)



Wärmedämmverbundsysteme (DE-UZ 140

EMICODE
EMICODE ist das bekannteste Label für Verlegewerkstoffe wie Klebstoffe, Grundierungen, Vorstriche,
Spachtelmassen und Unterlagen. Der EMICODE kennzeichnet und klassifiziert emissionskontrollierte
Verlegewerkstoffe. Er zielt auf Gesundheits- und Umweltschutz und die Reduzierung der Belastungen
durch Lösemittel. Es gibt drei Emissionsklassen, die anhand der Summe aller flüchtigen Bestandteile
eines Produktes eingeteilt werden:
 EMICODE EC 1 plus: lösemittelfrei und emissionsarm
 EMICODE EC 1: sehr emissionsarm
 EMICODE EC 2: emissionsarm
Zeichennutzer verpflichten sich u. a. zu folgenden Kriterien:





Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen (Produktion, Kennzeichnung etc.).
kein Zusatz von Lösemitteln.
Verbot krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe.
Einhaltung von Grenzwerten für technisch unvermeidbare Spuren krebserzeugender oder -verdächtiger Stoffe.
 Erfassung des Anteils schwer flüchtiger Bestandteile nach einem definierten Verfahren.

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Herausgeber des EMICODE ist die Gemeinschaft Emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe, Klebstoffe
und Bauprodukte e. V. (GEV). Dieser Zusammenschluss von Unternehmen der deutschen Klebstoffindustrie vergibt den EMICODE an seine Mitglieder.

GISCODE
GISBAU ist das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Es ist ein
freiwilliges Klassifizierungssystem, das auf dem Gedanken basiert, Produkte mit vergleichbarer Gesundheitsgefährdung und demzufolge identischen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln zu Gruppen zusammenzufassen. Dadurch wird die Vielzahl chemischer Produkte auf wenige Produktgruppen
reduziert. Die Hersteller ordnen ihre Produkte entsprechend der Rezeptur eigenverantwortlich den
Produktgruppen zu und übersenden die Sicherheitsdatenblätter, die Technischen Informationen und
die Zuordnung zu der entsprechenden Produktgruppe an GISBAU. Der GISCODE besteht aus einer
Buchstaben-Zahlen-Kombination, in der u. a. Lösemittelgehalt und Lösemittelzusammensetzung verschlüsselt sind.

Nachfolgend ist eine Auswahl der wichtigen GISCODEs mit den zugehörigen Beschreibungen der Gefährdung aufgeführt:
GISCODE für Verlegewerkstoffe
D1
D2
RE05
RE10
RE40
RU1
RU2

Lösemittelfreie Dispersions-Verlegewerkstoffe
Lösemittelarme Dispersions-Verlegewerkstoffe, aromatenfrei
Epoxidharzdispersionen
Epoxidharzdispersion (nichtsensibilisierend) mit sensibilisierend Härter
Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelfrei, nicht sensibilisierender Härter
Lösemittelfreie Polyurethan-Verlegewerkstoffe
Lösemittelarme Polyurethan-Verlegewerkstoffe

GISCODE für Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden
W1
W2+
W2
W3+

Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel, lösemittelfrei
Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel, Lösemittelgehalt bis 5%,
N-Methylpyrrolidonfrei
Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel, Lösemittelgehalt bis 5%
Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel, Lösemittelg. bis 15%,
N-Methylpyrrolidonfrei

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W3
W1/DD
W2/DD+
W3/DD+
W3/DD
G1
G2
Ö10
Ö20

Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel, Lösemittelgehalt bis 15%
Lösemittelfreie, wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel mit
isocyanathaltigem Härter
Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, Lösemittelg. bis 5%,
N-Methylpyrrolidonfrei
Wassersiegel mit isocyanathaltigem Härter, Lösemittelgehalt bis 15%,
N-Methylpyrrolidonfrei
Wasserverdünnbare Oberflächenbehandlungsmittel mit isocyanathaltigem Härter,
Lösemittelg. bis 15%
Stark lösemittelhaltige Grundsiegel und Holzkitte, entaromatisiert, niedrigsiederfrei
Stark lösemittelhaltige Grundsiegel und Holzkitte, entaromatisiert, niedrigsiederhaltig
Öle/Wachse, lösemittelfrei
Öle/Wachse, lösemittelarm, entaromatisiert

GISCODE für Epoxidharz-Beschichtungsstoffe
RE05
RE10
RE20
RE30
RE40
RE50

Epoxidharzdispersionen (beide Komponenten ohne H317)
Epoxidharzdispersion (nichtsensibilisierend) mit sensibilisierend Härter
Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, total solid, nicht sensibili. wässriger Härter
Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, total solid
Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelfrei, nicht sensibilisierender Härter
Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelarm

GISCODE für Polyurethan-Systeme im Bauwesen
PU10
PU20

PU-Systeme, lösemittelfrei
PU-Systeme, lösemittelhaltig

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4.2 Beispiel Bauteilkatalog

39

4.3 Checkliste mit Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit
(in Anlehnung an Anlage B6 des BNB-Kriterien-Steckbriefes 4.1.5)
Bauteil
Dach

Detail/Kriterium
Dachform, Sprünge

Flachdach

Geneigtes Dach

Dach-Glasflächen

Dach PVModule

große Vordächer,
Auskragungen, Dachüberstände, angehängte Balkone, überhängende Traufen
Dachflächenfenster,
Lichtkuppeln und bänder
durchsturzgefährdete
Dachflächen
Zugänglichkeit für
Wartung und Reparatur, Räumbarkeit des
Daches, Begehbarkeit
des Deckmaterials
PV- Module, SolarKollektoren und
Dachabdichtung
Einlaufhöhen in das
Gebäude (Einfahrten,
Öffnungen, Lüftungsschächte und Lichtschächte)
Überdachung und
Entwässerung tiefliegender Gebäudeöffnungen und Zugänge
Balkone
Entwässerungsplanung
Bemessung für Überlastfall
Gebäudeentwässerungssystem
Zugänglichkeit der
Entwässerungseinrichtungen, Kontrolle
und Wartung, Versagensprüfung der Leitungen

zu prüfenden Widerstandsfähigkeit
klare Dachform ohne komplexe Geometrie, geringe Anzahl von
Versprüngen, Durchdringungen, Anschlüssen und Dachaufbauten
Dichtungsfalze befinden sich über oberster möglicher Staukote, Entwässerungsschutzeinrichtungen und Kontrollmöglichkeit sind vorgesehen.
Die Entwässerung erfolgt bei zwei Steildachflächen in mehr als
einer Kehle.
Dachneigungen von mehr als 40 Grad sind zu präferieren.
100 % der Gebäudeseiten durch Überstände geschützt, Dachüberstand von mind. 50 cm auf der "Wetterseite"

Naturgefahr
Wind
Schnee
Hagel
Starkregen
Hagel
Wind
Hagel
Schnee
Hagel

Überstauhöhen mit Sicherheitszuschlag zum Bemessungsfall
sind vorgesehen, Ausstattung mit selbst schließenden Mechaniken
Sicherungsmaßnahmen vorhanden, wie z.B. Stege zur Schneeräumung
leichter Zugang / Begehbarkeit auf der gesamten Dachfläche/
Beton- oder Gründach bzw. Maßnahmen zur vollständigen
Räumbarkeit bei der Planung berücksichtigt

Starkregen
Hagel

Nachweis Hagelwiderstand, mindestens für die Verwendung
von Dachabdichtungen, terrestrischen PV- Modulen, und thermischen Solar-Kollektoren
10 cm an Einfahrten, Gebäudeöffnungen, Lüftungsschächte
und Lichtschächte oder Öffnungen unterhalb Umgebungsgelände aber hochwassersicherbar.

Hagel

Wind
Schnee
Wind
Starkregen
Hagel
Schnee

Starkregen
Hagel

Zugänge, Zufahrten, äußere Treppenabgänge überdacht

Starkregen
Hagel

leistungsfähige, wartungsfreundliche Entwässerung und ausreichende Einlaufhöhen
Entwässerungsplanung durch Fachplaner liegt vor

Starkregen

Niederschlagsbelastung für Bemessung des Überlastfalls um >
10% höher als in Norm vorgesehen
Schwerkraftsystem vorgesehen

Starkregen

Entwässerungseinrichtungen der Entwässerungsflächen sind
zugänglich, Vorrichtungen gegen Verstopfen und Zufrieren oder Entwässerungssystem mit verstopfungsunempfindlichen
Einläufen. Einfache Durchführung von Kontrolle und Wartung
planerisch vorgesehen und jederzeit möglich

Starkregen
Hagel
Schnee

Starkregen

Starkregen

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Rückstausicherung
Bauteil
Fassade

Gebäude

Materialwahl

Detail/Kriterium
Exponierte Fensterflächen und Türen
außenliegende Sonnenschutzsysteme
Kontrollierbarkeit der
Befestigung bei bekleideten Fassaden
Schwingungsanfällige
Aufbauten (Masten,
Antennen)
Winddurchlässigkeit,
ungünstige Betriebszustände
Verglasung
Größe der Dachfläche
Dach und Dachfenster, Fenster und Fassade

Sockel

Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen bzw. alle Anlagen über
Rückstauebene vorhanden
zu prüfenden Widerstandsfähigkeit
nicht vorhanden oder besondere Sicherungsmaßnahmen planerisch vorgesehen (selbst schließende Mechaniken)
besondere Sicherungsmaßnahmen planerisch vorgesehen z.B.
selbst schließende Mechaniken).
zu 100 % kontrollierbar

Starkregen
Naturgefahr
Wind
Wind
Hagel
Wind

nicht vorhanden oder es sind besondere Sicherungsmaßnahmen für den Ereignisfall planerisch vorgesehen

Wind

höchstens an einer Gebäudeseite: offene Wände, große Tore,
normale Sicherungsmaßnahmen

Wind

mit besonderen Sicherungsmaßnahmen
< 100 m²; oder bei größeren Dächern Bemessung auf nächsthöhere Lastzone
hagelunempfindliche Materialien oder geschützte Elemente,
wie Gitter über Dachfenster, zusätzliches doppeltes Verschleißmaterial.
Nachweis der bis zur Flächenabdichtung wasserdurchlässigen
Schichtenfolge
Verwendung robuster und feuchteresistenter Wärmedämmund Abdichtungsmaterialien
Sockel aus spritzwasserresistentem Material oder ausreichende Wasserableitung aus dem Sockelbereich

Wind
Schnee
Hagel

Starkregen
Starkregen
Starkregen

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4.4 Zielvereinbarungstabelle
Zielvereinbarungstabelle

Projektziel
ja

Begründung
(falls „nein“)

nein

2.1 Ökologie
2.1.1 Treibhauspotenzial und andere Umweltwirkungen
2.1.2 Materialanforderungen und nachhaltige Materialwahl
2.1.3 Energieverbrauch und erneuerbare Energie
2.1.4 Wasserbedarf
2.2 Ökonomie
2.2.1 Lebenszykluskosten
2.2.2 Flächeneffizienz und Anpassungsfähigkeit
2.3 Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit
2.3.1 Thermischer Komfort
2.3.2 Raumluftqualität
2.3.3 Raumakustik
2.3.4 Visueller Komfort
2.4 Technische Ausführung
2.4.1 Recyclingfreundlichkeit (Rückbau, Trennung und Verwertung)
2.4.2 Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren
2.4.3 Bedienung und Instandhaltung der TGA
2.5 Planungsprozess
2.5.1 Projektvorbereitung
2.5.2 Optimierung der Planung (Konzepte)
2.5.3 Ausschreibung und Vergabe
2.5.4 Dokumentation und Bewirtschaftung
2.6 Baustelle / Bauprozess
2.6.1 Qualitätssicherung
2.6.2 Inbetriebnahme

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Impressum

Herausgeber
Stadt Krefeld
Der Oberbürgermeister
Zentrales Gebäudemanagement der Stadt Krefeld

Verantwortlich
60 / 3 Technisches Gebäudemanagement
Die Anlage wurde vom Öko-Zentrum NRW GmbH im Auftrag der Stadt Krefeld und in Zusammenarbeit
mit dem Technischen Gebäudemanagement erarbeitet.

Stand 04.06.2020 (V1.2)

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