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Verwaltungsvorlage (Nachhaltigkeit im Hochbau – Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in den Hochbaustandards für städtische Liegenschaften)

                                    
                                        Vorlage des Oberbürgermeisters
-öffentlichVorlagennummer

ZGM

9197/20 -

Beratungsfolge

Sitzungstermin

Beschlussform

Betriebsausschuss Zentrales Gebäudemanagement

03.09.2020

beschließend

Betreff
Nachhaltigkeit im Hochbau – Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in den Hochbaustandards für städtische Liegenschaften
Beschlussentwurf
Der Betriebsausschuss beschließt die Umsetzung der vorliegenden Anlage zum nachhaltigen
Bauen bei der Realisierung von zukünftigen Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie Sanierungen des Zentralen Gebäudemanagements.

Reihenfolge des Umlaufs
Sachbearbeitung
mit Datum

FBLeitung
mit
Datum

Mitzeichnung
FB:
mit Datum

FachGBL

GB
II

GB
III

GB
IV

GB
V

GB
VI

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

mit
Datum

Oberbürgermeister

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an
Büro
OB

Drucksache 9197/20 -

Seite - 2 -

Begründung
Ausgangslage:
Das Thema Nachhaltigkeit stellt sich aufgrund der klimapolitischen Vorgaben der EU als eines der
wichtigsten Ziele für die Zukunft unserer Gesellschaft dar. Dies spiegelt sich nicht nur in der fortwährenden Entwicklung der einschlägigen Normen und Gesetze wieder, sondern auch in der öffentlichen Erwartungshaltung.
Ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte sind der Kern des nachhaltigen Handelns.
Dies lässt sich im Bauwesen insbesondere durch die Inanspruchnahme von Ressourcen und die
von Gebäuden ausgehenden Umwelteinwirkungen steuern. Öffentliche Gebäude müssen dabei
eine Vorbildfunktion einnehmen.
Die Stadt Krefeld ist über die Tochtergesellschaft WFG Krefeld mbH Partner des INTERREG V A
Programms. Ein über dieses Programm gefördertes Projekt ist das „Healthy Building Network“ in
welchem Unternehmen aber auch Kommunen Innovationen zum Thema „Gesundes Bauen“ erfahren können. Die Raumluftqualität, thermische Behaglichkeit, Akustik sowie Tageslichtqualität eines
Gebäudes haben einen großen Anteil am Wohlbefinden der Nutzer. In einer gesunden Umgebung
mit einem gesunden Raumklima lässt es sich leichter lernen und arbeiten.
Darüber hinaus ist ein Gebäude mit den aufgeführten Eigenschaften ebenso ein nachhaltiges Gebäude. Der Gedanke einer Kreislaufwirtschaft in welcher kaum Abfälle produziert werden und in
der die verbauten Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs kontinuierlich wiederverwendet werden können (Cradle to Cradle) beruht auf unserer Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Die von einem Gebäude ausgehenden Umwelteinwirkungen beziehen
sich demnach nicht nur auf die Herstellung und die Nutzung, sondern vielmehr auch auf den Abriss. Mit Entscheidung über den Abriss eines Healthy Buildings kann somit ein Restwert aus den
eingesetzten Bauteilen verbleiben. Dies setzt voraus, dass die Materialien sortenrein trennbar sind
und die Konstruktionen zerstörungsfrei zurückgebaut werden können. Ziel ist dann die Verwendung der Materialien auf gleicher Ebene und Vermeidung von Down-Cycling oder gar kostspieliger
Entsorgung.
Möglich ist dies nur, wenn bereits in der Planungsphase der Fokus auf den Einsatz entsprechender Materialien und Konstruktionen gelenkt wird.
Auch die Überwachung der Räume über die Gebäudeautomation verbessert die technischen Prozesse eines Gebäudes und sorgt für die entsprechende Frischluftzufuhr bzw. Temperaturregelung
in einzelnen Räumen. Aufgrund der aktuellen Situation seien hier auch die hygienischen Vorteile
genannt. Die Überwachung und Steuerung über automatische Prozesse senkt Energiekosten und
erhöht die Lebensdauer eines Gebäudes.

Beschreibung:
Durch die hier vorliegenden Hochbaustandards wird ein neuer Meilenstein im Bereich der Nachhaltigkeit beim Bau von städtischen Liegenschaften der Stadt Krefeld geschaffen. Energieeffiziente,
ökologische und wirtschaftlich erfolgreiche Gebäude und Quartiere können nur durch eine konsequent nachhaltige Planung geschaffen werden.
Als Grundlage für diese nachhaltige Planung formulieren die Hochbaustandards konkrete Ziele,
welche gemeinsam mit den Planern je nach Projekt zu Beginn festgelegt und bis zur Fertigstellung
des Gebäudes begleitend verwendet werden.

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Seite - 3 -

Dazu wurde gemeinsam mit dem Ökozentrum NRW eine Anlage „Nachhaltiges Bauen“ entwickelt,
welche sich im Grundsatz an dem „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ des Bundes und dem darauf
basierenden „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ (BNB) orientiert. Ergänzend hierzu wurden
auch Kriterien des Zertifizierungssystems der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
(DGNB) berücksichtigt.
Bei zukünftigen Projekten werden schon zu Beginn die Nachhaltigkeitszielsetzungen anhand einer
Zielvereinbarungstabelle (siehe Anhang Punkt 4.4 der Anlage) festgelegt. Sollten im Einzelfall nicht
alle Kriterien erfüllt werden können, so ist eine konkrete Begründung anzugeben. Diese Zielvereinbarungstabelle dient als Checkliste zum nachhaltigen Bauen, welche nur durch eine stetige Zusammenarbeit aller am Bau beteiligten Planer zu realisieren ist.
Ebenfalls Teil der Anlage „Nachhaltiges Bauen“ ist eine Auflistung, welche die materialökologischen Anforderungen der am Bau zu verwendenden Stoffe und Substanzen darlegt (Anhang 4.1
der Anlage).

Die Überarbeitung der Hochbaustandards und der Anlage „Nachhaltiges Bauen“ sind ein großer
Schritt für die Errichtung von zukunftsfähigen, städtischen Liegenschaften in Krefeld. Mit der
Durchführung der darin enthaltenen Kriterien werden gesunde Gebäude geschaffen, welche dem
Nutzer ein angenehmes Umfeld für seine Tätigkeiten bieten. Die Umwelteinwirkungen werden insbesondere durch den Einsatz von schadstoffarmen, rückbaufähigen Materialien so gering wie
möglich gehalten. Dabei wird eine konsequente Kreislaufwirtschaft angestrebt.

Finanzielle Auswirkungen:
Die Kosten, welche sich aus der Umsetzung der in der Anlage aufgeführten Aspekte ergeben, sind
nicht pauschal zu beziffern und projektabhängig. Sicherlich ergeben sich in den Baunebenkosten
höhere Investitionen aufgrund von notwendigen Simulationen, Gutachten bzw. Messungen. Durch
thermische Simulationen lassen sich aber zum Beispiel schon zu Planungsbeginn Fenstergrößen
und optimale Anordnungen von Fensterflächen festlegen, die für die Bemessung des sommerlichen Wärmeschutzes von hoher Bedeutung sind (vgl. Behaglichkeit des Nutzers). Zudem sind
Messungen ein wichtiger Faktor für die Qualitätskontrolle.
Schon jetzt werden viele Aspekte des nachhaltigen Bauens bei laufenden Maßnahmen berücksichtigt. Die Differenz im Vergleich mit solchen Bauvorhaben kann demnach verhältnismäßig gering
sein. Allerdings ergeben sich insbesondere bei der Betrachtung über die gesamte Lebensdauer
(Lebenszyklusbetrachtung) eines Gebäudes klare Vorteile zugunsten eines nachhaltigen Gebäudes. Hier seien die geringeren Kosten für Energie, Reinigung, Instandhaltung, etc. genannt.

Anlage(n):
(1) Anlage 1 - Nachhaltiges Bauen

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Seite - 4 -

Finanzielle Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

Vorlage-Nr.

9197/20 -

1.

Mit der Durchführung der Maßnahme ergeben sich folgende Auswirkungen auf die
Haushaltswirtschaft:

X

Keine unmittelbaren Auswirkungen
Einmalige Auswirkungen
Dauerhafte Auswirkungen

Innenauftrag:

P

Kostenart:
PSP-Element (investiv):
2.

Die finanziellen Auswirkungen des Beschlusses sind im Haushaltsplan des Jahres
2020 berücksichtigt.
Ja

Nein

3.1 Konsumtiv
Dauerhafte Auswirkungen

Einmalige Auswirkungen
Aufwendungen

0 Euro

Abzüglich Erträge

0 Euro

Saldo

0 Euro

3.2 Investiv
Dauerhafte Auswirkungen

Einmalige Auswirkungen
Auszahlungen

0 Euro

Abzüglich Einzahlungen

0 Euro

Saldo

0 Euro

Bemerkungen bzw. während der vorläufigen Haushaltsführung Begründung gemäß § 82
Abs. 1 GO: